Das erste Projekt!

ifm electronic - SM6020

SM6020 ifm electronic gmbh - design by Martin Schmidt
Einleitung
Mein erstes Projekt bei meinem Hauptarbeitgeber ifm electronic gmbh!
Es ist kein ganzer Monat ins Land gegangen, seitdem ich ins Arbeitsleben gestartet bin und schon geht es los. Als ob der Umstieg von der Hochschule in das Berufsleben nicht aufregend genug ist. Alles ist neu! Arbeitskollegen weisen dich freundlich ein, in ersten streng getakteten Gesprächen stellen sich die Schlüsselpersonen der zukünftigen Tätigkeit vor, desweiteren soll das breite Spektrum an Produkten in der nächsten Zeit durch diverse Schulungen kennengelernt werden und dann ist das "Werkzeug" mit dem man arbeiten soll auch noch anders als bisher gewohnt. Meine gesamte Einarbeitung war sehr aufregend, lehrreich aber auch sehr fordernd. Die Details erspare ich mal an dieser Stelle. Meine damalige Situation beschreibe ich gerne mit den 2 Worten, welche mir von meiner Chefin Linda Schmidt augenzwinkernd, so im vorbeigehen, mal zugeworfen wurden:
Kaltes Wasser.

Ähm ja. Das stimmte in jedem Fall und ich nahm das so hin, was blieb mir anderes übrig? Jammern? Nein, kommt gar nicht in Frage!
Das Briefing
Ein Termin mit dem zuständigen Produktmanager wurde vereinbart und man traf sich zum Briefing für das anstehende Projekt für die Produktgruppe Strömungssensorik. Bloß nichts verpassen. Jetzt heißt es die neuen Begrifflichkeiten so gut es nur geht zuordnen, selbstbewusst die unklaren Bezeichnungen notieren um ggf. Fragen stellen zu können. Alles aufsaugen wie ein Schwamm. Das Meeting wurde nach gefühlten 10 Minuten freundlich und kollegial mit folgendem Satz beendet: "Wenn etwas unklar ist oder du Fragen hast, kannst du dich gerne jederzeit melden."
Wow, die von mir angesetzte Stunde war schon vorbei? Mit rauchendem Kopf und reich an Informationen ging ich zurück in mein Büro um mich erstmal zu setzen. Meine beiden Kollegen bemerkten mich, gingen aber vorerst ihrer Tätigkeit professionell nach. Ich starrte auf meine Monitore. Mein Starren machte dem Logo und dem Sperrbildschirm nichts aus. Das Bild verschwamm nach und nach.
Was mache ich jetzt? Wie fange ich an? Was erwartet man nun von mir? Mir wurde kalt und warm zugleich. Mein mit Informationen gefütterter Kopf - leer. Mir war so als hätte ich mit dem Hinsetzen den Löschen Knopf betätigt. Dumpf nahm ich auf meinem rechten Ohr eine Stimme wahr. Ich verstand es zunächst nicht und drehte mich starrend in die Richtung. Das Bild wurde klarer und ich sah meinen Kollegen wie er, freundlich grinsend, seine Frage wiederholte: "Ist alles OK? Erzähl, wie ist es gelaufen?

Ich entgegnete ihm, leicht zögerlich und verunsichert grinsend, mit einem einfachen "Gut?".
Beide boten mir ein Gespräch an der frischen Luft an, diesem Angebot sagte ich mit kontinuierlichen Nicken zu. Auf dem Balkon angekommen hörten sie sich meine Zusammenfassung des Meetings sowie mein persönliches Empfinden an, sprachen mir anschließend Mut zu, boten mir ihre Unterstützung an und klopften mir emotional sowie physisch auf die Schulter. Ich schrieb alles, was ich noch im Kopf hatte, nieder um es in der kommenden Zeit griffbereit zu haben. Im Anschluss wandte ich mich dem neuen Handwerkszeug, der mir noch nicht vertrauten CAD Software, zu und beendete meine zuvor begonnene Übung.
Feierabend!
SM6020 ifm electronic gmbh - design by Martin Schmidt
Vom Entwurf bis zur ersten Präsentation
Es wäre gelogen wenn ich behaupten würde, dass ich die Arbeit nicht mit nach Hause genommen hätte. Ich lies die Gedanken kommen und gehen. Dabei wurde mir klar dass sich mir weitere Fragen offenbarte. Was gilt es zu beachten? Wo wird das Produkt eingesetzt? Welche Fertigungstechnik soll verwendet werden? Wie sieht mein Bauraum aus? Was sind die Ziele? Ich merkte dass ich essentielle Fragen nicht parat hatte als ich sie brauchte. Das neue, die Nervosität, die herrschenden Eindrücke, all das hatte mein erlerntes Wissen in den Schatten gestellt. Ich ärgerte mich und ging in Gedanken den kommenden Tag durch um mich zu strukturieren. Hätte ich das mal schriftlich gemacht. Dann hätte ich schneller in den Schlaf gefunden, ganz nach dem Motto: schreib es auf dann hast du es aus dem Kopf raus.
Die Nacht war kurz und es war viel zu früh. Trotz allem machte ich mich hoch motiviert auf den Weg ins Büro. Mein Plan war, mir alle offenen Fragen von den Personen beantworten zu lassen welche mir Hilfe angeboten haben oder diejenigen welchen es quasi aufgetragen wurde mich zu Unterstützen. Gar nicht so schlecht die Idee: work smart not hard. Misslich war nur, dass ich einer der ersten im ganzen Gebäude war und somit völlig alleine auf meiner Etage.
Ich beschäftigte mich direkt mit einer detaillierteren Analyse der Design DNA von ifm electronic und stattete mich mit den Fragen für die Kollegen aus. Die Etage füllte sich. Ganz wichtig, den ersten Kaffee der Kollegen abwarten bevor man loslegt. Die Kollegen wurden mit den Fragen beworfen und darauf erhaltene Antworten sog ich sofort auf und jene, welche ich eventuell später nochmal benötigte, notierte ich mir. Ich fühlte mich schon viel besser! Nun ging es über den kürzesten Dienstweg zu dem interviewten Produktmanager. Ich positionierte mich im Türrahmen, Sven bemerkte mich sofort, begrüßte mich und tippte während er mich ansah weiter seine Email. Ich war mir nicht sicher ob er wirklich Zeit hatte oder nur freundlich war. Ich stellte direkt meine Fragen und bekam sofort die Antworten die ich hören wollte, stets begleitet vom lieblichen Sound der Tastatur. Am Ende unseres Dialoges fragte ich ihn, wie er es fertig brachte, sich mit mir zu unterhalten und gleichzeitig seine E Mail weiter zu schreiben. Darauf antwortete er grinsend "Multitasking!". Ich war sichtlich verwirrt und glaubte veräppelt zu werden. Er zeigte mir das Getippte und ich war verblüfft. Kein Fehler, kein Kauderwelsch auch keine Inhalte aus unserem Gespräch. Wahnsinn! Mit respektvoller Mine und Nicken bedankte ich mich und ging zurück zu meinem Platz.
Tolle Kollegen! So macht arbeiten Spaß und so kann es weiter gehen.
Nun sollte es losgehen, ich hatte alle Infos die ich benötigte. Bauraum, Ziele, Einsatzort, Design DNA und Ansprechpartner für alle technischen Themen. Top ausgestattet ging es ans Werk. Jetzt geht es los, ich wandte den verinnerlichten Prozess an und startete mit einem Moodboard um mich gestalterisch zu strukturieren. Als ich damit fertig war griff ich routiniert zu Papier und Stift um mit der Formfindung anzufangen und Zack, da war sie, die Blockade welche ein weißes Blatt Papier auslösen kann. Nach einiger Zeit konnte ich mich überwinden die ersten Striche zu setzen aber irgendwie fühlte sich das nicht so gut an wie sonst. Ich setzte mich selbst massiv unter Druck weil ich dachte "jetzt musst du was liefern! Was sollen die Kollegen von dir halten wenn du schlechte Skizzen vorzeigst?"
Ich spürte wie die Scham meinen Nacken hoch stieg und überlegte wie ich dieser Situation entfliehen kann. Ich entschied mich für den Umstieg von Papier auf die CAD Software und dengelte mit der mir ja noch teils unbekannten Software was zurecht. Die Zeit verstrich und meine emotionale Situation schien sich nicht zu verändern. Zum Glück war es gleich an der Zeit Feierabend zu machen. Auf dem Weg nach Hause ließ ich alles Revü passieren. Was für ein Tag, steiler Anstieg und direkt starker Abfall der Emotionen. Woran könnte das liegen? Die Erkenntnis kam in den späten Abendstunden über mich, als meine Kreativität sich zum Dienst meldete. Ich war immer eine Nachteule, die besten Ideen und kreativen Ergüsse kamen immer Abends oder Nachts in Kombination mit guter Musik, einem guten und vor allem kalten Getränk, in einer entspannten Atmosphäre. Die kommenden Tage versuchte ich mich an der Transformation von einer Nachteule zum frühen Vogel. Mein Ziel war es, die gleichen Bedingungen wie zu Studienzeiten zu schaffen. Musik stellte das geringste Problem dar, die Kreativität würde sich an das neue Zeitfenster anpassen wenn der Rest stimmte. Um meine Atmosphäre positiv zu beeinflussen musste ich mir den hausgemachten Druck nehmen und meinen Arbeitsplatz etwas persönlicher herrichten. Die triste Buche, die kahlen weißen Wände, der kleine Raum, alles zusammen war keine gute Grundlage. Bezüglich des Getränkes, nun ja was soll ich sagen, hier blieb nur übrig sich von den alten Gewohnheiten zu verabschieden und sich anderen, bürotauglichen Alternativen zu zuwenden. Die Zeit verflog wie im Flug. Im regelmäßigen Update-Termin wurde nach dem aktuellen Stand gefragt. Ich teilte meiner Chefin und den beiden Kollegen meine "Fortschritte" mit und meine innere Situation konnte anhand meiner Gesichtsfarbe gut abgelesen werden. Ich war wie ein offenes Buch. Sie waren alle freundlich und auch zufrieden mit dem Präsentierten. Doof war nur, dass mir die Zeit davonrannte. Der Tag der Präsentation kam immer näher. Der Tag an dem ich das Projektteam in meine Entwürfe einweihen sollte. Neuer Ort, neue mir noch unbekannte Leute, ich wusste auch nicht, wie viele Teilnehmer es sein würden. Mit diesen neuen Gefühlen, welche zu meiner Stimmung beitrugen, machte ich mich wieder ans Werk. Der Arbeitstag wurde länger, viel länger. Der darauffolgende noch länger. Ich musste meine Konzepte präsentabel aufbereiten und die Präsentation bauen. Dementsprechend war die Nacht kurz und sehr unruhig. Es ging in den frühen morgen Stunden los, ausgestattet mit Nervosität, Herzklopfen und die Ungewissheit der Gesamtsituation. Das alles wurde mit einem Hemd und einer Krawatte zusammengehalten. Ich wartete vor der Tür auf meine Chefin welche mich zu meiner Präsentation begleitet. Die Fahrt war lang. Nicht nur gefühlt sondern circa zweieinhalb Stunden so konnte Sie mich noch mental einstimmen.
Strömungssensor SM6xxx ifm electronic - Design by Martin Schmidt
Präsentationstag
Linda gelang es mich zu beruhigen und die Unterhaltungen waren super! Leider war alles verflogen als das Navi freundlich sagte "Sie haben Ihr Ziel erreicht". Nach der Anmeldung wurden wir durch das Gebäude zum Besprechungsraum geführt wo mich die Kollegen freundlich begrüßten. Es war eine überschaubare Anzahl an Leuten, allerdings verflog meine Euphorie mit einem Schlag. Mir wurde mitgeteilt, dass alles auf Englisch ablaufen wird da ein Teilnehmer zwar Deutsch sprechen kann aber Englisch bevorzugen würde. Ich stimmte dem natürlich zu, was wäre ich für eine Diva wenn ich das nicht getan hätte? Wie ich mich fühlte kann man sich eventuell vorstellen. Damit hab ich nicht gerechnet, auch meine Kollegen nicht als ich davon berichtete. Nun ja meine Präsentation war auf Deutsch, alle Stichpunkte auf den Folien, alle Argumente und Gründe in meinem Kopf ebenso. Ich durfte mich aufwärmen und konnte mich als letzter Vorstellen. Während die anderen sich vorstellten versuchte ich mir schnell was zurecht zu legen und konnte den Inhalten der Kollegen nicht zu hundert Prozent folgen was unhöflich war, ja aber in der Situation versuchte ich nicht ganz verunsichert rüber zu kommen. Linda leitete für mich freundlicherweise ein aber lies mich im kalten Wasser stehen. Warum sollte sie mich auch Vorstellen?! Das würde keiner von uns machen, der/die neue wird das schon selber machen. Meine Vorstellung war, für mein Empfinden, sehr holprig aber ich bin sehr kritisch mir selbst gegenüber. Ich versuchte kleiner Patzer mit Charisma auszugleichen. Ich hielt meine Präsentation, ringte zwischendurch nach den einfachsten Wörtern und schlängelte mich durch meine Folien. Was heißt "Rohr" auf Englisch? Ja sicher, "pipe" aber das bedeutet auch "Pfeife". Klar steht das nicht im Kontext eines Strömungssensors aber ich hoffe mein Dilemma wird deutlich. Ich kann nur jeder Person, welche sich in einer ähnlichen Situation befindet, den Rat geben den Kopf nicht ganz so stark einzuschalten und zu versuchen sich weitestgehend sich zu entspannen. Ich hatte es geschafft! Es folgten noch Feedback und anschließende technische Diskussionen aber das Produktmanagement und meine Chefin waren zufrieden. Die Technik Kollegen waren etwas verhalten aber das ist ein Bild was ich nicht anders erwartet habe. Nach einem langen Tag ging es nach Hause und ins Wochenende.
Projektverlauf, Messe, Auszeichnung
Am Wochenende sprach ich mit meiner emotionalen Bezugsperson. Karo kannte ich schon länger. Sie hatte mich damals auf die offene Stelle bei ifm aufmerksam gemacht und so kam eins zum anderen. Mit ihr sprach ich über alles und Sie versicherte mir dass dies eher die Ausnahme darstelle als den Alltag. Das kalte Wasser kannte ich von nun an, was sollte denn noch kommen was mich spontan aus der Bahn wirft? Richtig nicht mehr all zu viel. Dementsprechend motiviert und gestärkt ging ich aus dieser Situation hervor.
Neue Woche neues Glück. Ich erzählte meinen beiden Kollegen Volker und Dario von meinem Erlebnis. Zu meiner Beruhigung stellte ich fest, dass auch sie mitteilten dass dies keineswegs der reguläre Ablauf ist. Die Woche ging "normal" los. Schulungen hier, Termine da und es bahnten sich weitere Projekte an. Die Tochtergesellschaft für die ich zuständig sein werde war anscheinend froh nun einen Ansprechpartner zu haben. Ich lernte bei einer anstehenden Dienstreise zum Bodensee den zuständigen Konstrukteur für das Mechanik Konzept kennen. Sebastian ist super! Sehr aufgeschlossen und wir verstanden uns direkt sehr gut. Durch die lockere und sehr kollegiale Atmosphäre vor Ort unterhielten wir uns über das Projekt. Ich nannte ihm die Dinge die mir sehr wichtig waren und warum ich diese gerne beibehalten möchte. Mir war die Kombination der Materialitäten wichtig, das Metall sollte die sensible und präzise Messtechnik vor den Umweltbedingungen schützen. Das Interface sollte präzise gefertigt sein und hohen Wiedererkennungswert zur ifm bieten. Bei Produkten aus dem Prozessbereich wie der SV4200 oder der PN7071 wurden Mehrkomponenten Spritzgussteile verwendet. Das bedeutet mindestens zwei Kunststoffe nacheinander im selben Werkzeug miteinander verschmelzen. Zum Beispiel die klare Komponente für Displays wird mit der schwarzen Gehäusekomponente umspritzt. So erspart man sich Dichtstellen und folgende Spaltmaße. Ein präziser, zuverlässiger und sicherer Eindruck wird dadurch beim Nutzer vermittelt. Ein qualitatives und reduziertes Erscheinungsbild ist das große Ziel. Da die Produkte lange Lebenszyklen haben ist es mir auch ein großes Anliegen die Gestaltung  nicht aktuellen Trends auszusetzen und etwas Zeitloses zu erschaffen.
Sebastian und ich stellten uns den anfallenden Anforderungen und wir fanden gemeinsam gute Lösungen für die Gegebenheiten. Die Zeit ging ins Land, ich erntete und ernte bis heute aus den inneren Reihen Kritik an der Gestaltung. Gründe waren hierfür vor allem die Formale Änderung zum Vorgänger SM6004. Dies ist unter anderem dem Bauraum und der Verwendung des grafischen Displays zuzuschreiben. Ein geschätzter Kollege, welcher mittlerweile in den Führungsbereich aufgestiegen ist, teilte mir seine persönliche Meinung zur Gestaltung mit. Er hielt zwei Produkte in den Händen, eins davon war das Ergebnis von mir und Sebastian. Er verglich beide mit folgenden Worten: "Das Produkt hier in meiner linken sieht aus als hätte ein Designer sich intensiv damit auseinander gesetzt. Es lässt sich gut anfassen, es ist leicht und geschmeidig. Das hier hingegen, er schaute auf seine rechte Hand, wirkt wie von einem Schlosser gestaltet. Groß, wuchtig, schwer, robust und schärfere Kanten."
Ein schlag ins Gesicht, ja ich bin gelernter Mechatroniker aus der Kfz-Branche aber das konnte er damit nicht anspielen. Da wir uns gut verstehen, lachte ich und antwortete dass diese Aussage mich emotional betroffen macht. Im Anschluss teilte ich ihm die Gedanken der Gestaltung mit und verwies unter anderem auf die oben angerissenen Punkte. Er schaute mich an und sagte zu meinem Erfreuen, dass er nun das Produkt ganz anders betrachte und gab mir recht. Ich war direkt wieder glücklich. Im Bereich des Produktmanagements ergab sich hier auch ein Wechsel. Ich teilte dem Kollegen mit, dass ich den SM6020 stellvertretend für seine Produktreihe zum German Design Award anmelden werde. Die Antwort war wenig motivierend aber letztendlich mir überlassen. Ich war der Meinung, dass das Projektteam hier ganze Leistung gezeigt hat und wir ein tolles Ergebnis haben und beschloss ihn anzumelden um eine renommierte Jury über die Gestaltung urteilen zu lassen. Inzwischen kam die Messe und mein erstes Projekt wurde ausgestellt. Ein tolles Gefühl seine Arbeit auf dem Hauseigenen Stand einer Weltweit wichtigen Messe sehen zu können. Dies war für mich die ersten ersichtlichen Ergebnisse meiner bisherigen Laufbahn. Natürlich liefen parallel weitere Projekte welche vorher abgeschlossen wurden, bei diesen hatte ich aber eine betreuende Funktion gehabt. Das Gefühl ist völlig anders wenn man die Arbeit von einem Vorgänger bis zum Ende begleitet. Mein Kollege Dario hatte eine andere Laufbahn eingeschlagen. Einen Großteil seiner Projekte durfte ich im Anschluss für ihn begleiten. Lange Rede kurzer Sinn. Mein Stolz wuchs und die eigene Arbeit trug Früchte. Den German Design Award hat das Projekt erhalten. Meine Freude war riesig und die Bestätigung meiner Arbeit gab mir richtig Antrieb. Ich bin gespannt wie die Einreichung bei dem IF Design und Red Dot Design Award ankommt. Beim IF sind zwei meiner Projekte eine Runde weiter. Ich bin gespannt was da noch kommt.
SM6020 ifm electronic gmbh - design by Martin Schmidt
Strömungssensor SM6xxx ifm electronic - Design by Martin Schmidt
Fazit
Ich kann jedem Berufseinsteiger nur raten sich selbst nicht zu stark unter Druck zu setzen. Man ist nicht ohne Grund bei dem Unternehmen gelandet wo man sich gerade befindet. Sei es die eigene Person, das Potential, die Fähigkeiten oder eine Kombination dessen. Es hat seinen Grund warum ihr euch im Bewerbungsverfahren durchgesetzt habt und nicht ein anderer. Vertraut auf euer können und seid stehts bereit zu lernen und aufgeschlossen gegenüber neuen auch noch unbekannten Situationen. Mir kommt eigentlich keine Situation in den Sinn wo man einen Neuling direkt den Kopf abschlägt weil etwas nicht so gut lief, außer ihr handelt selbst verschuldend und bewusst.
Allen kreativen Neueinsteigern kann ich nur nahelegen, dass ihr euch auf bisher gesammelte Erfahrungen aus dem Studium oder Ausbildung verlassen könnt. Haltet euch immer vor Augen dass man auch durch Fehler neue Erkenntnisse gewinnt und sich nur so verbessern kann. Argumentiert eure Arbeiten und kämpft für sie. Überzeugt andere durch gute Argumentation und handfesten, nachvollziehbaren Fakten. Lasst euch von eurem Weg nicht so leicht abbringen und folgt ruhig eurem Gefühl. Vor allem solltet ihr selbst nicht die Erwartung an euch haben, alles von Anfang an zu können und immer die richtige Entscheidung zu treffen. Der Berufseinstieg ist dafür da um mal Falsch zu liegen und unbewusst Fehler zu machen. Seit ihr erstmal ein paar Jahre dabei, solltet ihr keine "Anfängerfehler" mehr machen, das ist schwer zu Argumentieren.

Ich schrieb diesen Artikel als ich fünf Jahre im Beruf stand. In diesen fünf Jahren durfte ich viele Erfahrungen aus diversen Bereichen des Arbeitslebens sammeln. Ausschlaggebend waren meine ersten eineinhalb Jahre. Hier habe ich das meiste gelernt und mich persönlich sowie fachlich am stärksten Entwickelt. Ich habe für mich mitgenommen, dass wenn man kompromissbereit und aufgeschlossen auf jegliche Situation zugeht, findet man zuhauf eine Lösung. Jeder hat in seiner Realität recht und wir Designer sind alle samt empathische Wesen, daher nutzt diese Fähigkeit um die Situationen allseitig besser zu erfassen und gestaltet immer Nutzerorientiert und Kontextgerecht.
Die Welt hat bereits zu viele Produkte welche es eigentlich nicht Wert sind Ressourcen dafür aufzubringen nur um kurzweilig etwas Gewinn damit erzielen zu können.